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Sagen


Sagen

Sagen um Jüterbog

Wer seinen Kindern gibt das Brot und leidet nachmals selber Not, den schlage man mit der Keule todt.

Woher stammt dieser Spruch? Eine dieser Sagen führt uns in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück...

...In dieser Zeit grassierte die Pest in Jueterbog, und der Schreiner Wolkow musste einen Sarg nach dem anderen anfertigen. Aus dem Erlös konnte er sich 300 Pfennige, eine in dieser Zeit beachtliche Summe, zurücklegen. Davon ermöglichte er seinen Töchtern eine standesgemäße Ehe. Er selbst arbeitete zunächst bei seinem ersten Schwiegersohn, der inzwischen die Werkstatt übernommen hatte. Als die Aufträge zurückgingen, weil die Krankheit nicht mehr wütete, wollt er den alten Meister nicht mehr beschäftigen. Auch der andere Schwiegersohn, gerade Vater von Zwillingen geworden, versagte ihm die Hilfe. Der alte Wolkow klagte nun im Rathaus dem Bürgermeister vergeblich sein Leid. In diesem Moment erschien ein riesengroßer Mann, der sich Juterbog nannte, er gab den beiden Männem den Rat, eine Keule und einen Spruch anfertigen zu lassen und verließ wieder den Raum. Der alte Schreinermeister jedoch erhängte sich an einem Baum auf dem Weg nach Kloster Zinna. Der Bürgermeister ließ daraufhin die Keule und eine Tafel mit dem Spruch an allen drei Stadttoren anbringen.

Eine weitere Sage, die der Chronist Brandt auf das Jahr 1394 datiert, erzählt von einem reichen Tuchmacher...

...Dieser übergab schon zu Lebzeiten seinen Kindern Hab und Gut. Diese aber waren hartherzig und ließen ihren Vater darben. Eine Kiste, schwer und wohlversehen mit drei Schlössern, ließ er nun in sein Zimmer bringen. Seinen Söhnen aber sagte er, dass derjenige die Kiste erben sollte, der ihn am besten versorge. Selbstverständlich versuchte nun jeder, dem Vater jeden Wunsch zu erfüllen. Als der Vater starb, öffneten die Erben die Truhe und fanden darin Feldsteine, eine Keule und den Spruch.

Die Wahrheit über die Keulen hängt mit der Gerichtsbarkeit der Stadt zusammen. Die Gerichtsbarkeit oblag ursprünglich dem Vogt, dessen Amtsbereich das ganze Land Jueterbog umfasste. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts erlangte das Stadtgericht das Recht und konnte ohne Zustimmung des Landesherren "kurzen Prozess" machen. Als Zeichen dessen wurden an allen drei Stadttoren die Keulen angebracht. Später geriet die eigentliche Bedeutung in Vergessenheit und es ranken sich Sagen um sie.

(Last Modified: 26. February 2017 10:21:52)
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