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Siemens


Siemens

Werner von Siemens

Ernst Werner Siemens, ab 1888 von Siemens, (* 13. Dezember 1816 in Lenthe (Königreich Hannover), heute Gehrden (Niedersachsen); † 6. Dezember 1892 in Berlin) war ein deutscher Erfinder und Industrieller. Er entdeckte das dynamoelektrische Prinzip, auch elektrodynamisches Prinzip genannt, und gilt als Begründer der modernen Elektrotechnik, speziell der elektrischen Energietechnik.

Zusammen mit Johann Georg Halske gründete Werner Siemens am 12. Oktober 1847 die Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske in Berlin, aus der die heutige Siemens AG hervorging. Das Unternehmen entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einer kleinen Werkstatt, die neben Telegraphen vor allem Eisenbahnläutwerke, Drahtisolierungen und Wassermesser herstellte, zu einem der weltweit größten Elektro- und Technologiekonzerne.

Früher Werdegang

Siemens wollte gerne einen praktisch-wissenschaftlichen Beruf ergreifen, doch erlaubte die wirtschaftliche Situation der Eltern kein Studium. Auf den Rat seines Geodäsie-Lehrers Ferdinand von Bültzingslöwen bewarb er sich beim Ingenieurkorps der preußischen Armee in Berlin. Der Chef des Ingenieurkorps, General Gustav von Rauch, riet ihm jedoch wegen der mehrjährigen Wartezeiten aufgrund großen Andrangs von Bewerbern, sich stattdessen bei der Artillerie zu bewerben, deren Avantageure dieselbe Schule wie die Ingenieure besuchten. Von vierzehn Kandidaten des Eintrittsexamens in Magdeburg wurde er als einer von vier aufgenommen.

Im Herbst 1835 wurde er als Offizieranwärter für drei Jahre an die Berliner Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. Hier bekam er eine umfassende Ausbildung auf naturwissenschaftlichen Gebieten – wie Mathematik, Physik, Chemie, Geometrie und Ballistik und hörte nebenher Vorlesungen an der Berliner Universität. Diese Ausbildung beendete er 1838 als Artillerie-Leutnant. Einer seiner Lehrer an der Artillerieschule war der Physiker Gustav Magnus, dem er später seine Dynamomaschine vorführte. Magnus erkannte die Bedeutung und sorgte dafür, dass die Arbeit veröffentlicht wurde, zuerst in Berlin und danach in London.

Nach dem Tod der Mutter im Juli 1839 und des Vaters im Januar 1840 musste Werner als ältester Sohn die Vaterstelle für seine jüngeren Geschwister übernehmen.

Leutnant Werner Siemens tat Dienst in Magdeburg und anschließend in der Garnison Wittenberg, wo er wegen der Teilnahme als Sekundant bei einem Duell zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Seine Zelle in der Zitadelle Magdeburg konnte er als Versuchslabor einrichten und entwickelte dort ein Verfahren zur elektrischen Galvanisierung (insbesondere Versilberung und Vergoldung) in Weiterentwicklung der kurz zuvor von Jacobi entwickelten Kupfergalvanisierung.

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Berliner Zeit

Nach einer Begnadigung wurde Siemens 1842 zur Artilleriewerkstatt in Berlin versetzt. Im Schleswig-Holsteinischen Krieg unterstützte er 1848 die Kieler Bürgerwehr bei der Verteidigung des Kieler Hafens gegen dänische Seestreitkräfte mittels Besetzung der Festung Friedrichsort. Außerdem entwickelte er funktionsfähige ferngezündete Seeminen, die vor dem Kieler Hafen ausgelegt wurden und die dänische Marine darin hinderten, die Stadt aus der Nähe zu beschießen.

Er blieb beim Militär bis Juni 1849 und versuchte nebenher mit Erfindungen zusätzlich Geld zu verdienen, wobei seine Arbeit zunächst auf praktische und schnell verwertbare Dinge gerichtet war. So entwickelte er einen neuen Regler für Dampfmaschinen, eine Presse zur Herstellung von Kunststein und ein Druckverfahren. Die Idee einer Lauf-Flieg-Maschine, über die er mit seinem Bruder Wilhelm korrespondierte, wurde aber nicht in Angriff genommen.

Als aufstrebender Unternehmer heiratete er am 1. Oktober 1852 in Königsberg seine entfernte Nichte Mathilde Drumann (1824–1865), Tochter des Universitätsprofessors Wilhelm Drumann und seiner Cousine Sophie Mehliß. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Arnold und Wilhelm sowie die Töchter Anna Zanders und Käthe Pietschker (1861–1949). Mathilde verstarb am 1. Juli 1865.

Am 13. Juli 1869 heiratete Werner Siemens in zweiter Ehe seine entfernte Nichte Antonie Siemens (1840–1900), die Tochter von Carl Georg Siemens, der später in den württembergischen persönlichen Adelsstand erhoben wurde, und der Ottilie Denzel (1812–1882). Aus dieser Ehe gingen der Sohn Carl Friedrich und die Tochter Hertha (1870–1939; verheiratet mit Carl Dietrich Harries) hervor.

Am 17. Februar 1887 erwarb Siemens das etwa 600 Hektar große Gut Biesdorf mit einem großen Herrenhaus und übertrug es 1889 seinem Sohn Wilhelm. In seinem Ferienhaus in Harzburg schrieb Siemens von 1889 bis 1892 in den Sommerferien seine Lebenserinnerungen nieder, die kurz vor seinem Tod publiziert wurden.

Am 6. Dezember 1892 erlag Werner von Siemens in Berlin einer Lungenentzündung. Er wurde auf dem Alten Luisenfriedhof in Charlottenburg beigesetzt und später in die Familiengrabanlage der Familie Siemens auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf umgebettet.

Zitate

"Gewiß habe ich auch nach Gewinn und Reichtum gestrebt, doch wesentlich nicht, um sie zu genießen, als um die Mittel zur Ausführung anderer Pläne und Unternehmungen zu gewinnen und um durch den Erfolg die Anerkennung für die Richtigkeit meiner Handlungen und die Nützlichkeit meiner Arbeiten zu erhalten. So habe ich für die Gründung eines Weltgeschäfts à la Fugger von Jugend an geschwärmt, welches nicht nur mir, sondern auch meinen Nachkommen Macht und Ansehen in der Welt gäbe und die Mittel, auch meine Geschwister und nähere Angehörige in höhere Lebensregionen zu erheben… Ich sehe im Geschäft erst in zweiter Linie ein Geldwertobjekt, es ist für mich mehr ein Reich, welches ich gegründet habe und welches ich meinen Nachkommen ungeschmälert überlassen möchte, um in ihm weiter zu schaffen." (Brief an seinen Bruder Carl, 25. Dezember 1887)

"Es war mir schon früh klargeworden, daß eine befriedigende Weiterentwicklung der stetig wachsenden Firma nur herbeizuführen sei, wenn ein freudiges, selbsttätiges Zusammenwirken aller Mitarbeiter zur Förderung ihrer Interessen erwirkt werden könnte. Um dieses zu erzielen, schien es mir erforderlich, alle Angehörigen der Firma nach Maßgabe ihrer Leistungen am Gewinne zu beteiligen." (Lebenserinnerungen, Seite 283)

"Mir würde das verdiente Geld wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich treuen Gehilfen nicht den erwarteten Anteil gäbe." (An Carl, 16. Juni 1868)

(Last Modified: 26. February 2017 10:22:04)
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